Die besten Kaffeebohnen aus dem Supermarkt — lohnt sich das?

Die besten Kaffeebohnen aus dem Supermarkt — lohnt sich das?

Die Frage „Welche sind die besten Kaffeebohnen aus dem Supermarkt?“ hat eine überraschend praktische Antwort: Meistens gewinnt die Packung, auf der Sie sowohl die Zusammensetzung als auch ein Datum lesen können — und die zugleich ein Kilo wiegt. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was im Regal eines großen Marktes tatsächlich zu haben ist, wie Sie daraus in einer halben Minute das Beste heraussuchen und wann es sich lohnt, stattdessen zur selben Marke woanders zu greifen. Mit einer Rechnung zum Preis pro Kilogramm und pro Tasse, ganz ohne Marketingfloskeln.

Lavazza Qualità Rossa 1 kg — die besten Kaffeebohnen aus dem Supermarkt in der Kilopackung

Was im Supermarktregal wirklich steht

Beginnen wir mit dem, was meist die größte Überraschung ist: Das Kaffeeregal im Supermarkt wirkt riesig, aber Bohnenkaffee macht darin in der Regel den kleinsten Teil aus. Den meisten Platz belegen gemahlener Kaffee in Vakuumziegeln, löslicher Kaffee und Kapseln. Für Kaffeebohnen bleibt ein Regalbrett übrig, höchstens zwei — und darauf wiederholen sich drei bis vier große internationale Marken in fünf bis zehn Varianten.

Das ist keine Kritik, sondern nur eine Beschreibung der Handelslogik. Ein Supermarkt braucht Artikel mit hohem Umschlag, langer Haltbarkeit und klar lesbarer Verpackung. Ganze Bohnen sind gegenüber gemahlenem und löslichem Kaffee nach wie vor das kleinere Segment, auch wenn ihr Anteil im deutschsprachigen Raum jedes Jahr wächst, weil in immer mehr Haushalten Kaffeevollautomaten stehen.

Welche Marken meistens im Regal stehen

Fast immer treffen Sie auf Lavazza, denn es ist die größte italienische Kaffeemarke und ihre Packungen (rot, gold, blau) dienen als Orientierungspunkte im ganzen Regal. Sehr häufig steht daneben Tchibo, das über eigene Vertriebskraft und eine Reihe von Packungen direkt für Kaffeevollautomaten verfügt. Manchmal kommt Segafredo dazu — eine Marke, die man aus den eigenen Cafés kennt, mit ausgeprägtem Espressoprofil.

Sie haben also meist eine ähnliche Grundauswahl vor sich, wie Sie sie auch in einem spezialisierten Sortiment finden würden. Der Unterschied liegt nicht darin, dass es sich um andere, „Supermarkt-Kaffees“ handeln würde. Der Unterschied liegt darin, aus wie vielen Varianten Sie wählen können, in welcher Packungsgröße und zu welchem Preis pro Kilogramm.

Was Sie im Supermarkt dagegen nicht finden

  • Gastronomie-Marken. Kaffees, die in italienischen Bars und in Hotels ausgeschenkt werden, gelangen meist gar nicht erst in normale Geschäfte. Das neapolitanische Kimbo, der Triestiner Hausbrandt und der Turiner Vergnano sind im gewöhnlichen Supermarkt nicht vertreten — dabei handelt es sich um Röstereien mit hundertjähriger Geschichte, deren Preise sich auf dem Niveau dessen bewegen, was im Regal liegt.
  • Sortenreine Bohnen (Single Origin). Kaffee aus einem einzigen Land oder einer bestimmten Region treffen Sie im Regal so gut wie nie an. Das Supermarktsortiment steht auf Mischungen, denn die lassen sich über Jahre hinweg geschmacklich konstant halten.
  • Entkoffeinierte Bohnen. Ohne Koffein verkauft der Supermarkt gemahlenen Kaffee und Kapseln, ganze Bohnen nur ausnahmsweise. Wer zu Hause einen Vollautomaten hat und abends noch einen Kaffee möchte, findet im Regal meist nichts.
  • Kilopackungen der interessanteren Linie. Die Premiumlinie gibt es meist nur in der kleinen Packung, bei der der Preis pro Kilogramm nach oben schnellt.

Guten Kaffee im Regal in dreißig Sekunden erkennen

Sie stehen vor dem Regal, haben keine Zeit, und alle Packungen schreien Sie mit „intenso“, „crema“ und „100 % quality“ an. Es hilft ein einfaches Vorgehen in vier Schritten. Nehmen Sie die Packung in die Hand und drehen Sie sie um.

1. Schauen Sie auf das Datum — und vor allem darauf, welches es ist

Auf der Packung steht meist „zu verbrauchen bis“ oder „mindestens haltbar bis“, also ein Datum, das 18 bis 24 Monate nach der Röstung liegt. Über die Frische verrät eine solche Angabe praktisch nichts: Eine Packung mit anderthalb Jahren Haltbarkeit kann gestern geröstet worden sein oder vor acht Monaten. Wertvoller ist das Röstdatum (manchmal als „roasted on“ angegeben), das die großen Marken auf Packungen für den Handel jedoch selten aufdrucken.

Ein praktischer Kompromiss: Wählen Sie die Packung mit dem am weitesten entfernten Haltbarkeitsdatum, das im Regal zu finden ist. Ein Beweis für Frische ist das nicht, aber es ist die beste verfügbare Schätzung — mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um eine neuere Charge als bei einer Packung, der nur noch ein halbes Jahr bleibt.

2. Lesen Sie die Zusammensetzung: Arabica oder Mischung mit Robusta

Auf der Packung gibt es nur eine einzige Information, die über den Geschmack mehr entscheidet als alle Beiwörter zusammen — das Verhältnis von Arabica und Robusta. Reiner Arabica ist feiner, süßer, säurebetonter und trägt fruchtige und blumige Töne. Robusta bringt Bitterkeit, Körper, deutlich mehr Koffein und vor allem jene dichte, stabile Crema, an die die Leute aus italienischen Bars gewöhnt sind.

Wenn Ihnen im Café ein feiner, leicht süßer Espresso schmeckt, suchen Sie nach „100 % Arabica“. Wenn Sie einen kräftigen, bitteren Espresso mit standfester Crema wollen, nehmen Sie eine Mischung mit Robusta. Ausführlich ist der ganze Unterschied im Artikel Arabica vs. Robusta auseinandergenommen.

3. Prüfen Sie Röstgrad und Aussehen der Bohnen

Die meisten Packungen haben eine Röstskala oder wenigstens eine Beschreibung in Worten. Dunkle Röstung bedeutet mehr Bitterkeit, weniger Säure und eine öligere Oberfläche der Bohnen. Das ist großartig für die Mokkakanne und die Siebträgermaschine, aber im Kaffeevollautomaten verkleben ölige Bohnen mit der Zeit den Schacht des Mahlwerks und machen zusätzliche Arbeit beim Reinigen. Ist die Packung durchsichtig oder hat sie ein Sichtfenster, werfen Sie einen Blick hinein: matte Bohnen ohne sichtbaren Glanz sind für den Vollautomaten die verlässlichere Wahl.

4. Prüfen Sie, ob die Packung ein Ventil hat

Der kleine Plastikring an der Seite oder am Boden des Beutels ist ein Einwegventil. Frisch gerösteter Kaffee gibt einige Tage lang Kohlendioxid ab, und das Ventil lässt es hinaus, ohne Luft hineinzulassen. Eine Packung mit Ventil ist ein Signal, dass der Hersteller mit Frische rechnet. Ein Vakuumziegel ohne Ventil funktioniert auch, schützt den Kaffee nach dem Öffnen aber deutlich schlechter.

Wenn Sie sich bei den Verpackungen gründlicher orientieren wollen, gehen Sie den Ratgeber zur Auswahl von Kaffeebohnen durch — darin steht auch, was die einzelnen Angaben zu Herkunft und Zertifizierungen bedeuten.

Preis pro Kilo statt pro Packung — hier verliert der Supermarkt

Hier liegt der Hund begraben. Im Regal nehmen Sie den Packungspreis wahr, entscheidend ist aber der Preis pro Kilogramm — und der unterscheidet sich zwischen der 250-g-, 500-g- und 1000-g-Variante desselben Kaffees dramatisch. Die kleinere Packung ist aufs Kilo gerechnet üblicherweise ein Viertel bis um die Hälfte teurer. Wenn Sie also im Supermarkt zur Halbkilopackung greifen, weil „das ja nur ein paar Euro sind“, zahlen Sie für denselben Kaffee mehr als bei der Kilopackung derselben Marke.

Eine kleine Rechnung, die man beherrschen sollte

Teilen Sie den Packungspreis durch die Grammzahl und multiplizieren Sie ihn mit tausend — schon haben Sie den Preis pro Kilogramm. Für Illy Classico Espresso in der 250-g-Dose bedeutet das: Die Packung für €7,27 kommt auf €29,09 pro Kilogramm. Dagegen kostet Segafredo Intermezzo in der Kilopackung €15,49, also €15,49 pro Kilogramm. Der Abstand ist fast doppelt so groß, dabei stammen beide Kaffees aus rein italienischen Röstereien.

Preis pro Tasse — die Zahl, die am meisten Sinn ergibt

Für einen Espresso brauchen Sie ungefähr 8 Gramm Kaffee, für einen Lungo oder eine Tasse aus dem Vollautomaten rund 9 Gramm. Multiplizieren Sie den Kilopreis also mit 0,008, und Sie wissen, was Sie ein Espresso kostet. Und genau hier zeigt sich, über wie kleine Unterschiede wir in Wirklichkeit sprechen:

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kaffee in dieser Liste liegen nur ein paar Cent pro Tasse. Selbst der teuerste davon kommt auf einen Bruchteil dessen, was Sie für einen einzigen Espresso im Café zahlen. An den Bohnen zu sparen hat also finanziell fast keinen Sinn. Das gilt auch umgekehrt: Wenn Sie heute einen Kaffee trinken, der Ihnen nicht zusagt, kostet Sie der Wechsel zum teureren nur ein paar Cent am Tag.

Vorsicht bei Aktionen und „Vorteilspackungen“

Rabattaktionen auf Kaffee sind im Supermarkt wirklich gut, und in diesem Moment kann der Preis pro Kilogramm sogar unter das Niveau eines spezialisierten Angebots rutschen. Die Sache hat allerdings zwei Haken. Erstens: In Aktion ist gewöhnlich eine ganz bestimmte Variante, nicht die, die Sie nach Geschmack gewählt hätten. Zweitens: Aktionspreise betreffen oft Packungen, bei denen sich das Ende der Haltbarkeit nähert. Wenn Sie Kaffee im Angebot auf Vorrat kaufen, schauen Sie auf das Datum genauso sorgfältig wie auf das Preisschild.

Vergleichstabelle der Kilopackungen

Die folgende Tabelle vergleicht Kilopackungen von Marken, die Sie in Supermärkten antreffen, und ebenso von jenen Gastronomie-Röstereien, die dort nicht stehen; in der letzten Zeile finden Sie zum Vergleich eine Premium-Dose mit 250 g. Die Spalte mit dem Preis pro Tasse ist auf eine Dosierung von 8 Gramm gerechnet. Die letzte Spalte sagt, wie wahrscheinlich die jeweilige Packung tatsächlich im Regal eines großen Marktes liegt — genau daran zeigt sich der Unterschied zwischen Supermarkt und spezialisiertem Angebot am deutlichsten.

Kaffee Menge Packungspreis Pro Kilogramm Pro Tasse Im Supermarkt Profil
Segafredo Intermezzo 1000 g €15,49 €15,49 €0,12 manchmal Italienischer Espresso, kräftige Crema
Kimbo Espresso Vending Audace 1000 g €15,49 €15,49 €0,12 nein Neapolitanische Mischung für Vollautomaten
Lavazza Gusto Pieno 1000 g €17,59 €17,59 €0,14 meist ja Voller Körper, Kakaonote, Allrounder
Tchibo Espresso Sicilia Style 1000 g €18,22 €18,22 €0,15 oft Dunkle Röstung, bittere sizilianische Linie
Kimbo Espresso Classico 1000 g €18,68 €18,68 €0,15 nein Klassischer neapolitanischer Espresso
Tchibo Espresso Milano Style 1000 g €19,13 €19,13 €0,15 oft Elegantere, weniger bittere Röstung
Vergnano Gran Aroma Bar 1000 g €19,61 €19,61 €0,16 nein Bar-Mischung, ausgewogen und aromatisch
Lavazza Crema e Gusto Espresso 1000 g €20,05 €20,05 €0,16 meist ja Kräftig, bitterer, dichte Crema
Kimbo Extra Cream 1000 g €20,51 €20,51 €0,16 nein Cremig, süßer, hervorragend mit Milch
Vergnano Espresso Bar 1000 g €20,96 €20,96 €0,17 nein Piemonteser Klassiker, klarer Geschmack
Lavazza Qualità Rossa 1000 g €21,42 €21,42 €0,17 fast immer Bekannteste italienische Mischung, nussig
Tchibo Barista Espresso 1000 g €21,89 €21,89 €0,18 oft Beste Tchibo-Reihe, langsame Röstung
Lavazza Qualità Oro 1000 g €23,24 €23,24 €0,19 fast immer 100 % Arabica, süß und fein
Hausbrandt Espresso Nonnetti 1000 g €27,35 €27,35 €0,22 nein Triestiner Rösterei, Hotelniveau
Illy Classico Espresso 250 g €7,27 €29,09 €0,23 selten 100 % Arabica, Druckdose, Konstanz

Aus der Tabelle folgt eine unangenehme Wahrheit über das Supermarktregal: Den günstigsten Preis pro Kilogramm haben nicht die bekanntesten Packungen, sondern die Kilopackungen der Gastronomie-Röstereien, die es im Laden überhaupt nicht gibt. Wer die besten Kaffeebohnen aus dem Supermarkt sucht, sollte wissen, dass er für vergleichbares Geld woanders aus einem viel breiteren Angebot wählen kann.

Welcher Kaffeetyp Ihnen schmecken wird

Den besten Kaffee gibt es im absoluten Sinn nicht — es gibt nur den Kaffee, der zu Ihrer Maschine und zu Ihrem Geschmack passt. Wir haben das Angebot deshalb in vier Gruppen aufgeteilt, je nachdem, was Sie von der Tasse erwarten.

Kimbo Extra Cream 1 kg — cremiger Bohnenkaffee als Alternative zu Supermarkt-Mischungen

Cremiger, feiner Kaffee für den Vollautomaten und mit Milch

Wenn Sie Cappuccino, Latte oder große Milchkaffees trinken, wollen Sie eine Mischung mit guter Crema und einem süßeren Profil, das in der Milch nicht untergeht. Der Kaffee Kimbo Extra Cream ist für diese Rolle geradezu gebaut — er zählt zu den Mischungen, die im Sortiment am zuverlässigsten ankommen, und die Kilopackung kostet €20,51. Ähnlich gute Dienste leistet Tchibo Barista Caffè Crema für €22,79, abgestimmt auf längere Tassen, oder Hausbrandt Vending Premium für €21,89, eine Mischung, die direkt für Kaffeevollautomaten entwickelt wurde.

Kräftiger italienischer Espresso

Sie wollen einen dunklen, bitteren Kaffee mit dichter Crema, wie Sie ihn aus italienischen Bars kennen? Dann greifen Sie zu einer Mischung mit höherem Robusta-Anteil und dunklerer Röstung. Lavazza Crema e Gusto Espresso für €20,05 ist der Klassiker dieser Kategorie, Segafredo Intermezzo für €15,49 bietet dasselbe zum niedrigsten Preis der ganzen Tabelle, und Lavazza Caffè Espresso Italiano Classico für €25,99 ist eine Stufe kultivierter. Wer sich in italienischen Mischungen genauer orientieren möchte, findet sie in der Übersicht italienischer Kaffeebohnen.

Hundert Prozent Arabica ohne Bitterkeit

Diese Gruppe ist für alle, die mit Bitterkeit und verbranntem Nachgeschmack ein Problem haben. Lavazza Qualità Oro ist der zugänglichste Weg, reinen Arabica in der Kilopackung auszuprobieren: €23,24, und zugleich ist es eine der bekanntesten reinen Arabica-Mischungen überhaupt. Wer reinen Arabica erst einmal im Kleinen testen will, bekommt ihn auch in 250-g-Dosen: Illy Dark Intenso für €7,73 für die dunklere und intensivere Tasse, oder Illy Guatemala Monoarabica für €7,73 — ein Kaffee aus einem einzigen Land, wie Sie ihn im Supermarktregal praktisch nicht finden. Den Unterschied zwischen Mischung und sortenreinem Kaffee erklärt der Artikel Single Origin vs. Blend.

Ohne Koffein

Entkoffeinierter Bohnenkaffee ist genau der Fall, in dem der Supermarkt nicht weiterhilft. Lavazza Caffè Decaffeinato Bio Organic in der Halbkilopackung für €16,40 ist eine der wenigen Bohnenvarianten mit Bio-Zertifizierung, die auch geschmacklich überzeugt, was bei entkoffeiniertem Kaffee keine Selbstverständlichkeit ist — und in der Kategorie entkoffeinierte Kaffeebohnen finden Sie noch weitere Varianten. Wie das Koffein aus den Bohnen entfernt wird und was das mit dem Geschmack macht, nimmt der Artikel über entkoffeinierten Bohnenkaffee auseinander.

Frische — die größte Schwäche des Regals

Bohnenkaffee hat sein geschmackliches Optimum ungefähr zwischen der zweiten Woche und dem dritten Monat nach der Röstung. Nach einem halben Jahr in der verschlossenen Packung ist er immer noch trinkbar, aber das Aroma ist deutlich schwächer und in der Tasse fehlt Süße. Und genau darin ist das Supermarktregal schon vom Prinzip her im Nachteil.

Warum Kaffee im Regal schneller altert, als es scheint

  • Langer Weg ins Regal. Zwischen Röstung, Zentrallager, Distribution und Regalbrett durchläuft die Packung eine Kette, die in Monaten gerechnet wird.
  • Geringerer Umschlag bei Bohnen. Ganze Bohnen werden im Supermarkt langsamer umgeschlagen als gemahlener und löslicher Kaffee, eine bestimmte Variante kann also lange im Regal stehen.
  • Licht und Wärme. Regale sind hell ausgeleuchtet, und im Laden ist es meist wärmer als im Lager. Beides tut dem Kaffee nicht gut.
  • Unpassende Packungsgröße. Eine Halbkilopackung hält im Zweipersonenhaushalt zwei bis drei Wochen, eine Kilopackung vier bis sechs Wochen — und die letzten Dosierungen schmecken schon merklich anders als die ersten.

Was Sie zu Hause dagegen tun können

Füllen Sie die geöffnete Packung in ein undurchsichtiges Gefäß mit Dichtung um, oder verschließen Sie sie wenigstens sorgfältig mit einem Clip und stellen Sie sie in einen dunklen Schrank. Legen Sie den Kaffee nicht in den Kühlschrank: In der Kälte kondensiert Feuchtigkeit auf den Bohnen und der Kaffee zieht Gerüche an. Ins Gefrierfach ja, aber nur in Portionen, die Sie ganz auftauen und nie wieder einfrieren. Und vor allem — kaufen Sie die Menge, die Sie realistisch in einem bis zwei Monaten austrinken. Eine ausführliche Analyse steht im Artikel wie lange Kaffeebohnen haltbar sind.

Die zweite Hälfte der Gleichung ist das Mahlen. Gemahlener Kaffee verliert sein Aroma innerhalb von Minuten, den größten Sprung in der Qualität der Tasse bringt also nicht die teurere Packung, sondern das Mahlen kurz vor der Zubereitung. Wie Sie den Mahlgrad für Vollautomat, Siebträger, Mokkakanne und French Press einstellen, finden Sie im Artikel Kaffee richtig mahlen.

Wann der Supermarkt reicht und wann nicht

Seien wir fair: Bohnenkaffee aus dem Supermarkt ist kein schlechter Kaffee. Es sind meist dieselben Marken und oft dieselben Mischungen, die Sie auch woanders bekommen. Entscheidend ist die Situation, in der Sie einkaufen.

Der Supermarkt ist völlig in Ordnung, wenn…

  • Ihnen der Kaffee ausgegangen ist und Sie morgen früh einen Espresso kochen wollen — dafür reicht kein Onlineshop;
  • Sie auf eine gute Aktion für die Kilopackung einer Marke gestoßen sind, die Sie bereits kennen;
  • Sie Kaffee für das Ferienhaus, für die Arbeit oder für unterwegs kaufen, wo es nicht um geschmackliche Nuancen geht;
  • Sie ausprobieren, ob Ihnen dunkel gerösteter italienischer Espresso überhaupt zusagt, und nicht gleich mit einem Kilo anfangen wollen.

Woanders zu kaufen lohnt sich, wenn…

  • Sie eine bestimmte Mischung, eine bestimmte Packungsgröße oder einen bestimmten Röstgrad wollen — im Regal ist die Auswahl zu schmal;
  • Sie eine Gastronomie-Rösterei wie Kimbo, Hausbrandt oder Vergnano suchen, die ein normales Geschäft nicht führt;
  • Sie entkoffeinierte Bohnen, sortenreinen Kaffee oder eine direkt für den Vollautomaten entwickelte Mischung brauchen;
  • Sie den Preis pro Kilogramm rechnen und die Kilopackung wollen, die deutlich günstiger ausfällt als das halbe Kilo;
  • Ihnen Frische wichtig ist und Sie Kaffee wollen, der nicht monatelang im hell beleuchteten Regal gestanden hat.

Wenn Sie Kaffee für einen Kaffeevollautomaten aussuchen, empfehlen wir zusätzlich die eigene Übersicht der besten Kaffeebohnen für den Vollautomaten — bei Vollautomaten spielen auch Dinge wie der Ölgehalt der Bohnen und die Einstellung des Mahlwerks eine Rolle.

Häufig gestellte Fragen

Welche sind die besten Kaffeebohnen aus dem Supermarkt?

Von dem, was in den Regalen üblicherweise auftaucht, ergibt die Kilopackung einer italienischen Mischung mit bekannter Zusammensetzung den meisten Sinn — typischerweise Lavazza Qualità Rossa für den klassischen Espresso, Lavazza Qualità Oro, wenn Sie Bitterkeit nicht vertragen, und aus der Tchibo-Reihe dann Tchibo Barista Espresso mit langsamer Röstung. Meiden Sie kleine Packungen der Premiumlinien, bei denen der Preis pro Kilogramm nicht dem entspricht, was Sie bekommen.

Sind Kaffeebohnen aus dem Supermarkt schlechter als aus einem spezialisierten Onlineshop?

Schlechter nicht in dem Sinne, dass es ein anderer Kaffee wäre — die großen Marken haben einen einzigen Produktionsstandard für alle Kanäle. Der Unterschied liegt in drei Dingen: in der Breite der Auswahl (im Regal sind es fünf bis zehn Varianten, im spezialisierten Angebot Hunderte), in der Packungsgröße (Kilopackungen sind meist günstiger) und in der Frische, weil Bohnen im Supermarkt langsamer umgeschlagen werden.

Lohnt es sich, Kaffee im Supermarkt in Aktion zu kaufen?

Ja, wenn es um die Kilopackung einer Marke geht, die Sie kennen, und das Haltbarkeitsdatum weit genug entfernt ist. Aktionen betreffen aber oft Packungen, bei denen sich das Ende der Haltbarkeit nähert, und sie treffen fast nie die Variante, die Sie nach Geschmack gewählt hätten. Kaufen Sie nicht mehr auf Vorrat als für zwei Monate.

Erkenne ich am Regal, wie frisch der Kaffee ist?

Direkt fast nie, denn das Röstdatum wird auf Packungen für den Handel selten angegeben. Die beste verfügbare Schätzung ist das am weitesten entfernte Mindesthaltbarkeitsdatum im Regal und das Vorhandensein eines Einwegventils an der Packung. Vakuumziegel ohne Ventil schützen den Kaffee nach dem Öffnen am schlechtesten.

Welche Kaffeebohnen sind die besten für den Kaffeevollautomaten?

Eine mittel geröstete Mischung mit matten, nicht zu öligen Bohnen. Ölige Bohnen aus sehr dunkler Röstung verkleben Schacht und Mahlwerk. Gut funktionieren Mischungen, die direkt für Vollautomaten entwickelt wurden, zum Beispiel Hausbrandt Vending Premium oder Kimbo Espresso Vending Audace.

Gibt es im Supermarkt 100 % Arabica?

Ja, aber die Auswahl ist schmal und meist handelt es sich um die eine goldene Variante einer großen italienischen Marke. Reiner Arabica ist feiner, süßer und weniger bitter als Mischungen mit Robusta, dafür gibt er eine dünnere Crema. Wenn Ihnen im Café ein Espresso ohne scharfe Bitterkeit schmeckt, ist das die richtige Richtung.

Bekommt man im Supermarkt entkoffeinierte Kaffeebohnen?

In der Regel nicht. Ohne Koffein liegen im Regal gemahlener Kaffee und Kapseln, ganze Bohnen nur ausnahmsweise. Lavazza Caffè Decaffeinato Bio Organic ist eine der wenigen Bohnenvarianten mit Bio-Zertifizierung und guter Rückmeldung von Kunden.

Was kostet eine Tasse aus eigenen Bohnen?

Für einen Espresso gehen ungefähr 8 Gramm Kaffee drauf, der Preis pro Tasse bewegt sich also von €0,12 bei den günstigsten Kilopackungen bis €0,23 beim Premium-Arabica in der kleinen Dose. Der Unterschied zwischen „billigem“ und „teurem“ Kaffee macht damit nur ein paar Cent pro Tasse aus — was ein Argument dafür ist, nach Geschmack zu wählen und nicht nach Preis.

Wie viel Bohnenkaffee soll ich pro Einkauf kaufen?

Rechnen Sie aus, wie viele Tassen Sie am Tag trinken, und multiplizieren Sie das mit acht bis neun Gramm. Ein Zweipersonenhaushalt mit vier Tassen am Tag verbraucht ein Kilo in ungefähr einem Monat — und das ist zugleich der ideale Zeitraum, in dem Kaffee geöffnet stehen sollte.

Fazit und Empfehlung

Die besten Kaffeebohnen aus dem Supermarkt sind fast immer die Kilopackung einer italienischen Mischung, bei der Sie auf der Verpackung den Anteil von Arabica und Robusta sowie den Röstgrad finden — und aus dem Regal nehmen Sie die Packung mit dem am weitesten entfernten Haltbarkeitsdatum. Wenn Sie sich aus dem ganzen Artikel nur drei Dinge merken, dann diese:

  1. Rechnen Sie den Preis pro Kilogramm, nicht pro Packung. Halbkilo- und 250-g-Packungen sind umgerechnet meist ein Viertel bis um die Hälfte teurer als das Kilo derselben Marke.
  2. Entscheidend ist die Zusammensetzung, nicht die Beiwörter auf der Packung. Der Robusta-Anteil und der Röstgrad sagen über die fertige Tasse mehr aus als jedes „intenso“ oder „premium“.
  3. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kaffee liegen ein paar Cent pro Tasse. An den Bohnen zu sparen ergibt keinen Sinn — Sinn ergibt es, nach dem zu wählen, was Ihnen schmeckt und was Ihre Maschine verträgt.

Und dann ist da noch die unangenehme Antwort auf die Frage aus der Überschrift: Der Supermarkt lohnt sich, wenn Sie Kaffee sofort brauchen oder wenn Sie auf eine gute Aktion stoßen. In allem anderen spielen die schmale Auswahl, unpassende Packungsgrößen und der langsamere Umschlag der Bohnen gegen Sie. Für vergleichbares Geld können Sie aus dem Zehnfachen an Varianten wählen, samt Gastronomie-Röstereien, sortenreinen Kaffees und entkoffeinierten Bohnen, die im Regal nie stehen werden.

Gehen Sie das ganze Angebot an Kaffeebohnen durch und wählen Sie nach dem Profil, das zu Ihnen passt — von günstigen italienischen Mischungen in Kilopackungen bis hin zu 100 % Arabica und sortenreinen Kaffees.

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