Die besten Kaffeebohnen für Espresso: woran Sie sie erkennen

Die besten Kaffeebohnen für Espresso: woran Sie sie erkennen und was wir empfehlen

Die besten Kaffeebohnen für Espresso sind keine bestimmte Marke, sondern eine Bohne, die hohem Druck und einer sehr kurzen Extraktion standhält und trotzdem eine dichte Crema, vollen Körper und einen süßen Nachklang liefert. Espresso ist nämlich die anspruchsvollste Art der Kaffeezubereitung — 25 Sekunden, in denen sich nichts mehr retten lässt. In diesem Ratgeber erklären wir, was die Angabe „Espresso“ auf der Packung eigentlich bedeutet, worin sich der Ristretto vom Espresso unterscheidet, woran Sie gute Bohnen erkennen und welche konkreten Mischungen sich im Siebträger wie im Vollautomaten zuverlässig verhalten.

Die besten Kaffeebohnen für Espresso — Lavazza Caffé Espresso Italiano Classico 1 kg

Inhaltsverzeichnis

Was Espresso-Kaffeebohnen sind

Beginnen wir mit dem, was die größte Verwirrung stiftet: Espresso ist keine Kaffeesorte, sondern eine Zubereitungsart. Es gibt weder eine botanische Art namens „Espresso“ noch ein Land, in dem Espressobohnen wachsen. Espresso ist die Methode, bei der heißes Wasser mit einem Druck von rund 9 bar in 25 bis 30 Sekunden durch eine angepresste Portion fein gemahlenen Kaffees gepresst wird.

Wenn also auf dem Bohnenbeutel „Espresso“ steht, geht es nicht um die Herkunft, sondern um ein Profil, das der Hersteller auf diese Methode abgestimmt hat. Und das erkennen Sie an drei Dingen.

Dunklere Röstung

Espressomischungen werden mittel bis dunkel geröstet. Die längere Röstung baut einen Teil der Säuren ab, bildet Karamell- und Kakaonoten und macht die Bohne porös — in den wenigen Sekunden lässt sich also genug aus ihr herausholen. Hell geröstete Bohnen aus Filterröstereien können im Siebträger einen wunderbaren Espresso ergeben, sind aber kompromisslos: Sie brauchen einen feineren Mahlgrad, eine höhere Temperatur und viel Geduld beim Einstellen.

Blend, meist mit Robusta-Anteil

Die klassische italienische Espressomischung kombiniert Arabica mit Robusta. Robusta enthält mehr Chlorogensäuren, mehr Koffein und vor allem eine andere Zusammensetzung an Eiweißen und Zuckern, was in der Tasse eine dichtere und stabilere Crema, mehr Körper und eine nussige Bitterkeit bedeutet. Ohne Robusta fällt die Crema früher zusammen und die Tasse wirkt leichter. Die Unterschiede haben wir im Artikel Arabica vs. Robusta ausführlich beschrieben.

Ausgewogenheit statt Exotik

Espresso ist ein Konzentrat. Alles, was im Kaffee ausgeprägt ist, wird darin verstärkt — Fehler eingeschlossen. Espressomischungen zielen deshalb auf Stabilität und Wiederholbarkeit: damit aus demselben Beutel am Freitag derselbe Espresso kommt wie am Montag. Fruchtige Säure, blumige Noten und andere markante Eigenschaften eines Kaffees aus einer einzigen Herkunft kommen im Filter besser zur Geltung, wo das Wasser Zeit hat.

Das heißt zugleich nicht, dass Single Origin nicht in den Siebträger gehört. Es ist nur eine andere Disziplin: Rechnen Sie mit einer säurebetonteren, leichteren und weniger vorhersehbaren Tasse, die Sie nachjustieren müssen.

Was Ristretto-Kaffeebohnen sind und wie sie sich vom Espresso unterscheiden

Dasselbe Missverständnis gilt beim Ristretto. Ristretto-Kaffeebohnen als eigene Sorte gibt es nicht — Ristretto ist wiederum nur ein Rezept, also ein Espresso mit der halben Wassermenge. Aus derselben Kaffeemenge (üblicherweise 7 bis 9 g) ziehen Sie statt 30 ml nur 15 bis 20 ml Getränk.

Das Ergebnis ist dichter, süßer und weniger bitter, denn die herben und bitteren Stoffe lösen sich erst in einer späteren Phase der Extraktion, und beim verkürzten Bezug lassen Sie einen Teil davon im Sieb. Der Lungo ist dagegen das andere Extrem: mehr Wasser, längerer Durchlauf und damit auch mehr Bitterkeit und Koffein in der Tasse.

Getränk Kaffeemenge Menge in der Tasse Bezugszeit Charakter
Ristretto7–9 g15–20 ml15–20 sDicht, süß, wenig bitter
Espresso7–9 g25–30 ml25–30 sAusgewogen in Körper und Bitterkeit
Lungo7–9 g50–90 ml40–60 sLeichter, bitterer, mehr Koffein
Doppio14–18 g50–60 ml25–30 sDoppelte Menge, gleiches Verhältnis

Die praktische Folge für die Bohnenwahl: Wenn Sie überwiegend Ristretto trinken, holen Sie aus dunkleren italienischen Mischungen mit Robusta am meisten heraus, denn deren Stärken — Körper und Crema — konzentrieren sich im kleinen Volumen. Trinken Sie dagegen eher Lungo, werden Sie feinere Mischungen mit höherem Arabica-Anteil zu schätzen wissen, sonst zieht der längere Durchlauf aus der dunklen Röstung eine aschige Bitterkeit heraus.

Eine kleine Anmerkung zu den Tasten an Kapselmaschinen: Dort ändern „Ristretto“ und „Lungo“ nur die Wassermenge, nicht den Kaffee in der Kapsel. Bei Bohnen funktioniert es genauso — eine gute Espressomischung bedient Ihnen alle drei Getränke.

Woran Sie gute Espressobohnen erkennen

Auf der Verpackung finden Sie kein Feld „für den Siebträger geeignet, mit Bestnote“. Orientieren können Sie sich aber an fünf Angaben, die Hersteller fast immer machen.

1. Röstdatum, nicht Mindesthaltbarkeitsdatum

Die wichtigste und zugleich die am häufigsten übersehene Angabe. Espresso reagiert empfindlicher auf Frische als jede andere Methode, denn das Kohlendioxid aus den Bohnen steuert den Durchfluss im Siebträger. Das ideale Fenster liegt bei 10 Tagen bis 6 Wochen nach der Röstung. Jüngere Bohnen „blubbern“ und der Espresso würgt, ältere Bohnen ergeben eine flache Tasse ohne Crema. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum zwei Jahre im Voraus sagt Ihnen über die Frische nichts.

2. Zusammensetzung und Robusta-Anteil

Die Verpackung nennt üblicherweise entweder „100 % Arabica“ oder ein Verhältnis wie 80/20 oder 70/30. Nehmen Sie das als Hinweis darauf, was in der Tasse landet: je mehr Robusta, desto dichter die Crema, desto voller der Körper und desto mehr Bitterkeit. Für den klassischen italienischen Espresso mit Milch ist ein Robusta-Anteil eher ein Vorteil, weil sich der Kaffee durch die Milch hindurch behauptet. Für den puren Espresso ohne Milch ist ein höherer Arabica-Anteil meist angenehmer.

3. Röstgrad

Die mittlere Röstung sorgt für Ausgewogenheit und erträgliche Säure, die dunkle Röstung für Kakao, Bitterkeit und maximalen Körper. Sehr dunkle, glänzende und ölige Bohnen funktionieren im Siebträger zwar, kleben in der Mühle aber an den Mahlscheiben und können im Bohnenbehälter eines Vollautomaten Ärger machen. Der Mittelweg ist für den Hausgebrauch am sichersten.

4. Packungsgröße im Verhältnis zu Ihrem Verbrauch

Die Kilopackung ist pro Kilogramm deutlich günstiger, doch ein geöffneter Beutel hält nur einige Wochen seine Form. Wenn Sie zwei Espressi am Tag zubereiten, trinken Sie ein Kilo in zwei Monaten aus, und das ist schon grenzwertig. In dem Fall sind zwei kleinere Packungen die bessere Wahl — oder ein Beutel mit gutem Einwegventil und Zipverschluss.

5. Verpackung mit Ventil

Ein Einweg-Entgasungsventil (der kleine runde Punkt auf dem Beutel) ist ein Zeichen dafür, dass die Bohnen frisch abgepackt wurden und noch entgasen. Eine Verpackung ohne Ventil und ohne Zipverschluss deutet darauf hin, dass mit Frische gar nicht gerechnet wird.

Eine vollständige Übersicht der Auswahlkriterien haben wir in einem eigenen Artikel zusammengestellt: Kaffeebohnen richtig auswählen. Das gesamte Sortiment finden Sie dann in der Kategorie Kaffeebohnen.

Die besten Kaffeebohnen für Espresso — unsere Empfehlungen

Die folgenden Mischungen gehören zum Besten, was Sie im Sortiment für Espresso finden. Ausgewählt haben wir nach drei Kriterien: ein Profil, das die kurze Extraktion verträgt, ein berechenbares Verhalten in der Mühle und die langjährige Bewährung bei Menschen, die diesen Kaffee wirklich täglich zubereiten. Den Preis pro Tasse rechnen wir mit einer Menge von 8 g.

Kaffee Packungsgröße Charakter Packungspreis Pro Kilogramm Am besten für
Lavazza Caffé Espresso Italiano Classico 1 kg Klassischer italienischer Espresso, ausgewogen €25,99 €25,99 Einstieg ohne langes Einstellen
Kimbo Extra Cream 1 kg Neapolitanischer Stil, maximale Crema €20,51 €20,51 Dichte Crema und Milchgetränke
Hausbrandt Espresso Nonnetti 1 kg Körperreicher Espresso mit langem Nachklang €27,35 €27,35 Espresso pur, ohne Zucker und Milch
Lavazza Qualitá Rossa 1 kg Kakaonoten, universell für Milch €21,42 €21,42 Cappuccino und Latte macchiato
Illy Classico Espresso 250 g 100 % Arabica, klar und weich €7,27 €29,09 Kleine Packung, immer frisch
Vergnano Espresso Bar 1 kg Bar-Profil, dichte Crema €20,96 €20,96 Ausgewogene Mischung für jeden Tag
Tchibo Barista Espresso 1 kg Dunklere Röstung, erschwinglicher Klassiker €21,89 €21,89 Kräftiger Cappuccino
Lavazza Super Crema 1 kg Sanft, honigsüß, viel Crema €25,08 €25,08 Milder Espresso mit viel Crema
Segafredo Intermezzo 1 kg Günstigster Espresso für den Dauerbetrieb €15,49 €15,49 Viele Tassen am Tag

Klassischer italienischer Espresso für den Siebträger

Lavazza Caffé Espresso Italiano Classico von Lavazza ist die Lehrbuchwahl, wenn Sie einen Espresso „wie in Italien“ wollen und nichts einstellen möchten. Das Profil ist mitteldunkel, mit kakaoartiger Basis und einer milden Säure, die dem Espresso Leben gibt. Bei einem Kilopreis von €25,99 kostet die einzelne Tasse €0,21 — und die Mischung verzeiht kleine Ungenauigkeiten beim Mahlen.

Wer die neapolitanische Schule bevorzugt, greift zu Kimbo Extra Cream aus der Rösterei Kimbo. Der Name hält, was er verspricht: Die Crema steht lange auf der Oberfläche, und in der Milch behält der Kaffee seine eigene Stimme. Das Kilo für €20,51 bedeutet €0,16 pro Tasse. Mehr über die Marke erfahren Sie im Artikel Kimbo und die neapolitanische Tradition.

Kimbo Extra Cream — Espressobohnen mit dichter Crema

Wenn Sie Körper und langen Nachklang wollen

Der norditalienische Hausbrandt Espresso Nonnetti ist ein dichterer und ernsterer Kaffee als die meisten Mischungen in dieser Übersicht. In der Tasse zeigt er ausgeprägten Körper, eine tabakig-kakaoartige Bitterkeit und einen Nachklang, der lange nach dem Austrinken bleibt — ideal für alle, die Espresso ohne Zucker und ohne Milch trinken. Der Kilopreis liegt bei €27,35, das entspricht €0,22 pro Tasse.

Einen ähnlichen Charakter, nur eine Spur eleganter, hat Hausbrandt Venezia für €27,35, eine seit Jahren geschätzte Mischung dieser Rösterei. Das komplette Portfolio der Marke Hausbrandt besprechen wir im Artikel Hausbrandt — italienischer Klassiker.

Espresso für Milchgetränke: Cappuccino und Latte

Für Milchgetränke brauchen Sie einen Kaffee, der sich in der Milch nicht verliert. Hier gewinnen kakaoartige Bitterkeit und ein höherer Robusta-Anteil. Lavazza Qualitá Rossa ist genau dieser Typ — eine der meistgetrunkenen italienischen Mischungen überhaupt, zum Kilopreis von €21,42, also €0,17 pro Tasse.

Eine Alternative ist Tchibo Barista Espresso für €21,89. Er ist dunkler geröstet, setzt sich also im Cappuccino durch, im puren Espresso empfinden ihn manche jedoch als zu bitter. Eine Übersicht der ganzen Reihe finden Sie im Artikel Tchibo Kaffeebohnen.

100 % Arabica für puren Espresso

Wenn Ihnen die Bitterkeit von Robusta nicht zusagt, probieren Sie reinen Arabica. Illy Classico Espresso von Illy ist der bekannteste Vertreter dieser Schule — ein weicher, klarer Espresso mit karamelliger Süße und ohne jede raue Note. Die 250-g-Packung für €7,27 entspricht €29,09 pro Kilogramm, also €0,23 pro Tasse. Dafür bekommen Sie eine verlässliche Gleichmäßigkeit und eine kleine Packung, die Sie noch frisch austrinken.

Wer Arabica möchte, aber dunkler und intensiver, greift zu Illy Dark Intenso für €7,73. Die einzelnen Reihen haben wir im Artikel Illy von Classico bis Monoarabica verglichen.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Wenn Sie mehrmals täglich Espresso zubereiten, beginnt der Preis pro Tasse eine Rolle zu spielen. Segafredo Intermezzo von der Marke Segafredo schneidet in diesem Vergleich am günstigsten ab: €15,49 pro Kilo, also €0,12 pro Tasse. Das Profil ist dunkel und bitter im Stil italienischer Bars — erwarten Sie keine Feinheit, erwarten Sie Verlässlichkeit.

Eine ausgewogenere Alternative ist Vergnano Espresso Bar für €20,96 (also €0,17 pro Tasse) oder Lavazza Crema e Gusto Espresso für €20,05. Ob sich der Aufpreis für teurere Bohnen lohnt, haben wir im Artikel Premium- oder günstige Kaffeebohnen auseinandergenommen.

Entkoffeinierter Espresso

Entkoffeinierte Bohnen ergeben im Siebträger eine etwas leichtere Tasse und sind nach der Entkoffeinierung meist weicher, brauchen also einen Schritt gröberen Mahlgrad. Lavazza Decaffeinato Bio Organic in der 500-g-Packung für €16,40 (also €32,81 pro Kilogramm) verhält sich im Siebträger überraschend anständig. Mehr dazu im Artikel entkoffeinierte Kaffeebohnen oder direkt in der Kategorie entkoffeinierter Bohnenkaffee.

Andere Bohnen für den Siebträger, andere für den Vollautomaten

Espresso bereiten Sie sowohl in der Siebträgermaschine als auch im Vollautomaten zu, doch die Anforderungen an die Bohnen unterscheiden sich stärker, als es auf den ersten Blick scheint.

Siebträgermaschine

Im Siebträger haben Sie alles unter Kontrolle: Kaffeemenge, Mahlgrad, Anpressen und Zeit. Genau deshalb bestehen darin auch anspruchsvollere Bohnen — hellere Röstungen, Single Origin, hoher Arabica-Anteil. Zugleich verzeiht der Siebträger nichts: Ein falscher Mahlgrad zeigt sich sofort an der Bezugszeit. Es lohnt sich, in eine gute Mühle zu investieren, denn sie entscheidet über das Ergebnis mehr als der Unterschied zwischen zwei guten Mischungen. Das Vorgehen haben wir im Artikel Kaffeebohnen mahlen beschrieben.

Kaffeevollautomat

Der Vollautomat mahlt, dosiert und presst selbst an, und sein Einstellbereich ist bewusst eng gehalten. Die Bohnen müssen deshalb „problemlos“ sein: nicht zu ölig, damit sie Mahlwerk und Schacht nicht verkleben, und niemals aromatisiert, denn die aufgetragenen Aromazucker verkleben die Mechanik. Dunkle italienische Espressomischungen mit glänzender Oberfläche funktionieren zwar, doch Bohnenbehälter und Mahlwerk brauchen dann eine häufigere Reinigung.

Eine sichere Wahl für den Vollautomaten ist eine mittel geröstete Mischung ohne sichtbares Öl — etwa Lavazza Gusto Pieno für €17,59, also €0,14 pro Tasse, oder Hausbrandt Vending Premium für €21,89, eine Mischung, die direkt für automatische Maschinen komponiert wurde. Eine ausführliche Auswahl finden Sie im Artikel beste Kaffeebohnen für den Vollautomaten.

So holen Sie aus guten Bohnen einen guten Espresso heraus

Die besten Bohnen machen Ihnen von allein noch keinen guten Espresso. Nehmen Sie das folgende Rezept als Ausgangspunkt, von dem aus Sie nach Ihrem Geschmack nachjustieren.

  • Kaffeemenge: 7–9 g im Einzelsieb, 16–18 g im Doppelsieb. Wiegen Sie ab, dosieren Sie nicht mit dem Löffel.
  • Verhältnis: 1 : 2 — aus 18 g Bohnen also 36 g Getränk. Den Bezug auf der Waage zu wiegen ist der einzige Weg zur Wiederholbarkeit.
  • Zeit: 25–30 Sekunden ab dem Einschalten der Pumpe. Kürzer = feiner mahlen, länger = gröber mahlen.
  • Wassertemperatur: 92–94 °C. Bei dunklen Röstungen ruhig zwei Grad weniger, das senkt die Bitterkeit.
  • Mahlgrad: fein, in der Konsistenz von Kochsalz. Diese eine Variable ändern Sie beim Einstellen immer als Erstes.
  • Anpressen: gleichmäßig und waagerecht. Die Kraft ist nebensächlich, wichtig ist eine ebene Oberfläche ohne Risse.

Schnelle Fehlersuche

Espresso ist eine der wenigen Zubereitungen, bei denen sich ein Fehler schon am Aussehen und an der Zeit zeigt und nicht erst am Geschmack:

  • Nach 12 Sekunden durchgelaufen, helle Crema, saurer und wässriger Kaffee → Unterextraktion, feiner mahlen.
  • Tropft 45 Sekunden lang, dunkle Crema, bitterer und adstringierender Kaffee → Überextraktion, gröber mahlen.
  • Die Crema fällt sofort zusammen → die Bohnen sind alt, oder die Röstung ist für diese Methode zu hell.
  • Der Bezug spritzt zur Seite → ungleichmäßiges Anpressen oder ein verstopftes Sieb.
  • Der Espresso „würgt“ und kommt nicht heraus → entweder ist der Mahlgrad zu fein, oder die Bohnen sind sehr frisch und entgasen noch.

Die wichtigste Regel: Ändern Sie immer nur eine Sache. Zuerst den Mahlgrad, dann die Kaffeemenge, zuletzt die Temperatur. Wenn Sie alles gleichzeitig verändern, erfahren Sie nie, was tatsächlich gewirkt hat.

Was ein Espresso aus eigenen Bohnen kostet

Verglichen mit dem Preis eines Espressos im Café ist die Zubereitung zu Hause eine der Anschaffungen mit der besten Rendite in der ganzen Küche. Bei einer Menge von 8 g ergibt sich für eine Tasse aus der Kilopackung folgendes Bild:

Kaffee Packungspreis Pro Kilogramm Preis pro Tasse (8 g)
Segafredo Intermezzo €15,49 €15,49 €0,12
Lavazza Gusto Pieno €17,59 €17,59 €0,14
Kimbo Espresso Classico €18,68 €18,68 €0,15
Kimbo Extra Cream €20,51 €20,51 €0,16
Lavazza Caffé Espresso Italiano €25,99 €25,99 €0,21
Illy Classico Espresso (250 g) €7,27 €29,09 €0,23

Der Abstand zwischen der günstigsten und der teuersten Wahl in dieser Tabelle beträgt pro Tasse nur ein paar Cent. Bei zwei Espressi täglich summiert sich das übers Jahr zu einer Summe, die Sie im Café an wenigen Nachmittagen ausgeben — und wenn Ihnen die teureren Bohnen eine Tasse geben, auf die Sie sich schon beim Aufstehen freuen, ist das der günstigste Luxus im ganzen Haushalt. Für Milchgetränke, in denen der Kaffee mit der Milch konkurriert, lohnt sich die Premiumbohne dagegen weniger, denn die Hälfte ihrer Nuancen geht im Cappuccino ohnehin verloren.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Espresso-Kaffeebohnen?

Es sind Kaffeebohnen, die im Hinblick auf die Zubereitung von Espresso geröstet und gemischt wurden — also für Druck und eine sehr kurze Zeit. Praktisch bedeutet das eine mitteldunkle bis dunkle Röstung, meist einen Blend aus Arabica und Robusta und ein Profil, das auf Körper und Crema statt auf ausgeprägte Säure ausgerichtet ist. Eine botanische Sorte namens „Espresso“ existiert nicht, es ist immer eine Entscheidung der Rösterei.

Was sind Ristretto-Kaffeebohnen?

Ristretto ist keine eigene Kaffeesorte, sondern ein Rezept: dieselbe Kaffeemenge wie beim Espresso, aber nur 15–20 ml Getränk statt 25–30 ml. Das Ergebnis ist dichter und süßer, weil Sie durch den verkürzten Bezug die Bitterstoffe im Sieb lassen. Für Ristretto eignen sich dieselben Bohnen wie für Espresso, am besten dunklere italienische Mischungen mit Robusta-Anteil.

Welche Kaffeebohnen für Espresso sind für Einsteiger die besten?

Ein mitteldunkel gerösteter italienischer Blend in der Kilopackung, bei dem Sie nichts ausklügeln müssen. Konkret zum Beispiel Lavazza Caffé Espresso Italiano Classico oder Kimbo Extra Cream. Beide Mischungen sind tolerant gegenüber kleinen Fehlern beim Mahlen und Dosieren und geben Ihnen deshalb schon einen brauchbaren Espresso, bevor Sie Ihre Technik verfeinert haben.

Muss Kaffee für Espresso Robusta enthalten?

Muss er nicht. Robusta bringt Crema, Körper und Bitterkeit und ist in der italienischen Tradition beinahe die Regel, doch ein hervorragender Espresso gelingt auch aus 100 % Arabica — er wird nur leichter und säurebetonter, und die Crema fällt etwas früher zusammen. Beim puren Espresso kommen Sie ohne Robusta gut aus, für Milchgetränke lohnt er sich dagegen.

Wie fein mahlt man Kaffeebohnen für Espresso?

Das Ziel ist die Konsistenz von Kochsalz — Partikel, die Sie zwischen den Fingern einzeln ertasten, die aber keine Bohnensplitter mehr sind. Die genaue Einstellung finden Sie über die Bezugszeit: 25–30 Sekunden bei einem Verhältnis von 1 : 2 sind richtig, bei schnellerem Bezug mahlen Sie feiner, bei langsamerem gröber. Nach jedem Beutelwechsel rechnen Sie mit ein bis zwei Probebezügen.

Wie lange halten Espressobohnen nach dem Öffnen?

Im verschlossenen Beutel mit Ventil halten die Bohnen mehrere Monate in Form, nach dem Öffnen rechnen Sie mit zwei bis vier Wochen. Espresso merkt das Altern früher als andere Methoden: Zuerst verschwindet die Crema, dann die Süße, am Ende bleibt nur die Bitterkeit. Lagern Sie die Bohnen in einer lichtundurchlässigen, luftdichten Dose bei Zimmertemperatur, nicht im Gefrierfach und nicht über der Kaffeemaschine, wo es warm ist.

Lässt sich eine Espressomischung auch für Filter oder French Press verwenden?

Ja, rechnen Sie nur damit, dass die dunklere Röstung in der längeren Extraktion eine bitterere und schwerere Tasse ergibt. Es genügt, den Kaffee gröber zu mahlen und gegebenenfalls die Menge zu senken. Umgekehrt geht es schlechter: Helle Filterbohnen verlangen im Siebträger viel Feinarbeit. Empfehlungen für die einzelnen Methoden finden Sie in den Artikeln über Kaffee für die French Press und Kaffee für die Espressokanne.

Welche italienische Espressomischung ist am beliebtesten?

Zu den beliebtesten Espressomischungen zählen im deutschsprachigen Raum seit Jahren Kimbo Extra Cream und Lavazza Qualita Oro — die eine wegen ihrer dichten Crema, die andere wegen ihres feinen, reinen Arabica-Charakters. Eine breitere Übersicht finden Sie im Artikel über italienische Kaffeebohnen.

Lohnt sich eine Kilopackung, wenn ich zwei Kaffee am Tag trinke?

Bei zwei Espressi täglich verbrauchen Sie rund 16 g Kaffee, ein Kilo also in zwei Monaten. Das ist an der Grenze des Vertretbaren — die letzten 200 g schmecken schon merklich flacher. Eine vernünftige Lösung: das Kilo kaufen, aber gleich nach dem Öffnen etwa ein Drittel in eine kleinere luftdichte Dose umfüllen und den Rest im Originalbeutel mit Zipverschluss geschlossen lassen.

Fazit und Empfehlungen

Wenn Sie aus dem ganzen Artikel drei Dinge mitnehmen, dann diese:

  1. „Espresso“ auf der Packung ist ein Profil, keine Sorte. Es bedeutet eine dunklere Röstung und meist einen Blend mit Robusta, der auf die kurze Extraktion unter Druck abgestimmt ist. Ristretto und Lungo verlangen dann keinen anderen Kaffee, nur eine andere Wassermenge.
  2. Frische entscheidet mehr als der Preis. Bohnen 10 Tage bis 6 Wochen nach der Röstung ergeben einen besseren Espresso als doppelt so teurer Kaffee, der ein Jahr im Regal liegt. Kaufen Sie deshalb die Menge, die Sie auch austrinken.
  3. Für den Siebträger wählen Sie nach Geschmack, für den Vollautomaten nach Öligkeit. Im Siebträger justieren Sie fast alles nach, der Vollautomat dankt Ihnen mittel geröstete und trockene Bohnen ohne Aromatisierung.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, beginnen Sie mit einem klassischen italienischen Blend — Lavazza Caffé Espresso Italiano Classico oder Kimbo Extra Cream. Wer reinen Arabica bevorzugt, probiert Illy Classico Espresso in der 250-g-Packung. Und wer auf den Preis pro Tasse achtet, greift zu Segafredo Intermezzo. Das gesamte Sortiment durchstöbern Sie in der Kategorie Kaffeebohnen — und wählen dort die Packungsgröße, die Sie noch frisch austrinken.

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