Kaffeebohnen mahlen — Mahlgrad und Kaffeemühlen im Überblick

Kaffeebohnen mahlen: Mühlen, Mahlgrad und Fehler, die jede Tasse ruinieren

Wie mahlt man Kaffeebohnen richtig? Dieser eine Schritt entscheidet über das Ergebnis in der Tasse mehr als der Preis der Bohnen. Dieselben Bohnen können Ihnen einen hervorragenden Espresso liefern oder eine untrinkbar bittere Flüssigkeit, und der Unterschied ist dabei oft nur eine einzige Rasterstufe am Rädchen der Mühle. In diesem Ratgeber gehen wir durch, welche Kaffeemühle sich lohnt, welchen Mahlgrad jede Zubereitungsmethode braucht, wo Sie Ihren Kaffee mahlen lassen können, wenn Sie zu Hause keine Mühle haben, und welchen Fehlern Sie aus dem Weg gehen sollten.

Kaffeebohnen Lavazza Qualita ORO — Bohnen bereit zum Mahlen

Inhalt des Artikels

Warum der Mahlgrad mehr über den Geschmack entscheidet als die Bohnen

Die ganze Kaffeebohne ist eine perfekte Verpackung. In ihrem Inneren stecken aromatische Öle, Kohlendioxid aus der Röstung und Hunderte von Geschmacksstoffen — und solange Sie die Bohne nicht zerkleinern, hält sie das alles ziemlich zuverlässig fest. In dem Moment, in dem Sie sie mahlen, vergrößert sich die Oberfläche des Kaffees um das Mehrhundertfache, und alles, was innen war, kommt mit Luft in Berührung.

Die praktische Folge ist gnadenlos: die markantesten Aromastoffe entweichen aus gemahlenem Kaffee schon in den ersten Minuten. Nach zwanzig Minuten schmeckt die Tasse spürbar flacher, nach zwei Tagen an der Luft fehlt genau das, was guten Kaffee gut macht. Genau deshalb mahlt man Kaffeebohnen immer erst unmittelbar vor der Zubereitung und nicht auf Vorrat für die ganze Woche.

Der zweite Grund wiegt noch schwerer. Der Mahlgrad steuert unmittelbar die Geschwindigkeit der Extraktion — also wie schnell das Wasser die löslichen Stoffe aus dem Kaffee zieht. Ein feinerer Mahlgrad bedeutet mehr Oberfläche, langsameren Durchfluss und schnellere Extraktion. Bei gröberem Mahlgut ist es genau umgekehrt. Wenn der Mahlgrad nicht zur Methode passt, retten das auch die besten Bohnen nicht:

  • Zu grober Mahlgrad → unterextrahierter Kaffee. Sauer, salzig, wässrig, ohne Nachklang.
  • Zu feiner Mahlgrad → überextrahierter Kaffee. Bitter, zusammenziehend, trocken im Mund, mit aschigem Beigeschmack.
  • Ungleichmäßiger Mahlgrad → beides in einer Tasse. Der Staub überextrahiert, die groben Stücke unterextrahieren, das Ergebnis ist trüb und unausgewogen.

Das ist zugleich das Hauptargument gegen den Kauf von fertig gemahlenem Kaffee: In der Packung steckt ein einziger Universal-Mahlgrad, der für alle Methoden ein Kompromiss und für keine ideal ist. Eine eigene Mühle gibt Ihnen dagegen die Kontrolle über genau den einen Parameter, den Sie bei jeder Dosis nachjustieren können. Wie lange sich Bohnen und gemahlener Kaffee halten, beschreiben wir ausführlich im Artikel wie lange Kaffeebohnen haltbar sind.

Kaffeebohnen zum Mahlen — welche Bohnen sich eignen

Kaffeebohnen zum Mahlen sind keine eigene Produktkategorie — gemahlen werden schlicht ganze Bohnen. Trotzdem lassen sich nicht alle Bohnen gleich gut mahlen, und bei der Auswahl lohnt es sich, auf drei Dinge zu achten.

Röstgrad und Ölgehalt

Dunkel geröstete Bohnen haben eine glänzende, ölige Oberfläche. In der Tasse liefern sie eine intensive, kakaoartige Bitterkeit, die viele Menschen beim Espresso gezielt suchen, in der Mühle verhalten sie sich aber schlechter: Das Öl setzt sich am Mahlwerk und im Auswurf ab, wird dort nach einigen Tagen ranzig und trägt einen muffigen Ton in den Kaffee. Das ist kein Grund, sie zu meiden, sondern nur ein Grund, die Mühle regelmäßig zu reinigen. Hellere und mittel geröstete Bohnen sind trockener und härter, und die Mühle bleibt mit ihnen deutlich länger sauber.

Zusammensetzung: reine Arabica oder Mischung mit Robusta

Robusta ist härter und setzt der Mühle mehr Widerstand entgegen — bei einer Handmühle spüren Sie das im Handgelenk. Geschmacklich bringt sie Bitterkeit, Körper und eine stabilere Crema, deshalb enthalten italienische Espressomischungen sie fast immer. Reine Arabica ist weicher, lässt sich leichter mahlen und kommt in Methoden ohne Druck besonders gut zur Geltung. Die Unterschiede haben wir uns im Artikel Arabica vs. Robusta genauer angesehen.

Packungsgröße und Frische

Ein geöffneter Beutel Bohnen bleibt ein paar Wochen in guter Verfassung. Eine Kilopackung lohnt sich, wenn Sie zwei oder mehr Kaffees am Tag zubereiten, sonst ist eine 250-g-Packung sinnvoller, die Sie aufbrauchen, solange der Kaffee noch frisch ist. Kleinere Packungen erlauben außerdem, mehr Profile auszuprobieren — etwa Illy Classico Espresso 250 g für €7,27, was €29,09 pro Kilogramm entspricht. Es handelt sich um eine 100-%-Arabica mit fester, trockener Bohne, die das Mahlwerk nicht verklebt und deshalb auch für den täglichen Gebrauch unkompliziert bleibt.

Wenn Sie erst noch überlegen, womit Sie anfangen sollen, lesen Sie den allgemeinen Ratgeber wie man Kaffeebohnen auswählt oder schauen Sie sich das gesamte Angebot in der Kategorie Kaffeebohnen an.

Welche Kaffeemühle Sie wählen sollten

Die Mühle ist das einzige Gerät, an dem sich beim Kaffee zu Hause wirklich nicht sparen lässt. Eine teure Espressomaschine mit einer billigen Schlagmühle liefert ein schlechteres Ergebnis als eine durchschnittliche Mokkakanne mit einer guten Mühle mit echtem Mahlwerk.

Mühle mit Mahlwerk (Scheiben- oder Kegelmahlwerk)

Die Bohnen werden zwischen zwei metallischen (selten keramischen) Mahlflächen mit einstellbarem Abstand zerrieben. Die Partikelgröße bestimmt genau dieser Abstand, das Ergebnis ist deshalb gleichmäßig und wiederholbar — heute mahlen Sie genauso wie morgen. Und das ist exakt das, was Sie für Espresso brauchen, aber auch für Filterkaffee. Kegelmahlwerke laufen leiser und kühler, flache Scheiben sind meist eine Spur präziser. Für den Hausgebrauch ist der Unterschied zwischen beiden aber kleiner als der Unterschied zwischen einem billigen und einem guten Modell derselben Bauart.

Schlagmühle (Propellermühle)

Das rotierende Messer zerreibt die Bohnen nicht, sondern zerhackt sie — und das rein zufällig. Im Ergebnis haben Sie gleichzeitig Staub und halbe Bohnen, also die denkbar schlechteste Kombination für eine gleichmäßige Extraktion. Das Messer erhitzt sich bei längerem Lauf zusätzlich und „röstet“ den Kaffee ein Stück weit nach. Für türkischen Kaffee oder die French Press kommen Sie damit durch, für Espresso ist sie unbrauchbar. Der einzige Rat, wenn Sie keine andere haben: Mahlen Sie in kurzen Impulsen von zwei bis drei Sekunden und schütteln Sie die Mühle dazwischen durch, damit sich der Inhalt neu vermischt.

Handmühle oder elektrische Mühle

Handmühlen mit Stahlmahlwerk bieten für ihr Geld eine überraschend gute Mahlqualität, weil Sie nicht für Motor und Elektronik bezahlen. Der Nachteil sind Zeit und Kraft — bei einer Espressodosis ist das eine halbe Minute Kurbeln, bei 60 g für Filterkaffee gut und gerne zwei Minuten. Eine elektrische Mühle mit Mahlwerk löst die Frage der Bequemlichkeit und lohnt sich, wenn Sie mehrere Kaffees am Tag zubereiten oder wenn zu Hause noch jemand anderes Kaffee kocht.

Mühlentyp Gleichmäßigkeit des Mahlguts Für Espresso geeignet Mahlgradeinstellung Größte Schwäche
Elektrische Mühle mit MahlwerkSehr gutJaGestuft oder stufenlosAnschaffung, Stellfläche
Handmühle mit MahlwerkGut bis sehr gutJa, mit GeduldStufenlos (Stellmutter)Zeit und Kraftaufwand
SchlagmühleSchlechtNeinNur über die MahldauerStaub und grobe Stücke zugleich
Mahlwerk im VollautomatenGutJaGestuft, begrenzter BereichMahlt nicht grob genug für Filter

Das Mahlwerk im Kaffeevollautomaten

Ein Kaffeevollautomat hat ein eigenes Mahlwerk und nimmt Ihnen die Frage des Mahlens in der Praxis vollständig ab — Sie stellen die Stufe ein und kümmern sich um nichts weiter. Das hat zwei Einschränkungen. Erstens: Der Einstellbereich ist bewusst eng, weil die Maschine nur Espresso-Mahlgrade braucht, Kaffee für die French Press bekommen Sie daraus also nicht. Zweitens: Sehr ölige dunkle Bohnen und aromatisierter Kaffee jeder Art gehören nicht in den Bohnenbehälter, sie verkleben die Mechanik. Konkrete Bohnenempfehlungen für Vollautomaten finden Sie im Artikel bester Bohnenkaffee für Kaffeevollautomaten.

Mahlgrad nach Zubereitungsmethode

Der Mahlgrad richtet sich nicht nach der Kaffeemarke, sondern danach, wie lange das Wasser mit dem Kaffee in Kontakt bleibt. Kurzer Kontakt (Espresso, 25 Sekunden) verlangt feines Mahlgut, damit überhaupt genug extrahiert wird. Langer Kontakt (Cold Brew, 12 Stunden) verlangt grobes, damit nicht zu viel extrahiert wird. Die folgende Tabelle ist ein erprobter Ausgangspunkt, von dem aus Sie die Einstellung nach Ihrem eigenen Geschmack feinjustieren.

Zubereitungsmethode Mahlgrad Vergleichbar mit Kontaktzeit mit Wasser Dosierung
Türkischer Kaffee / CezveExtrafeinPuderzucker3–4 Min.7 g / 70 ml
EspressoFeinSpeisesalz25–30 s7–9 g / 25–35 ml
MokkakanneFein bis mittelFeiner Sand1–2 Min.Sieb voll, nicht andrücken
KaffeevollautomatFein bis mittelFeiner Sand25–35 sSteuert die Maschine
AeroPressMittelfeinGrober Sand1–2 Min.15 g / 220 ml
Filtermaschine und V60 (Handfilter)MittelKristallzucker3–4 Min.60 g / 1 l
French PressGrobGrobes Meersalz4 Min.65 g / 1 l
Cold BrewSehr grobGeschroteter Pfeffer8–14 Std.80 g / 1 l

Der richtige Mahlgrad für Filterkaffee

Filterkaffee ist der häufigste Fall, bei dem Menschen mit dem Mahlgrad hadern — die Filtermaschine hat anders als der Siebträger keinen Druck, mit dem sie einen Mahlfehler kaschieren könnte. Das Ziel ist ein mittlerer Mahlgrad in der Körnung von Kristallzucker — Partikel, die Sie zwischen den Fingern einzeln spüren, die aber keine Bohnensplitter mehr sind.

Eine praktische Orientierung liefert das Verhalten der Maschine: Läuft das Wasser verdächtig schnell durch und ist der Kaffee dünn und säuerlich, mahlen Sie eine Stufe feiner. Steht das Wasser im Filterkorb, läuft es über den Rand oder dauert der ganze Brühvorgang deutlich über fünf Minuten und schmeckt das Ergebnis bitter, mahlen Sie eine Stufe gröber. Beim konischen Handfilter (V60, Chemex) lohnt sich meist ein um eine halbe Stufe feinerer Mahlgrad als beim flachen Korb der klassischen Filtermaschine, weil das Wasser dort schneller abläuft.

Woran Sie merken, dass der Mahlgrad nicht passt

  • Der Espresso läuft in 12 Sekunden durch und schmeckt wässrig → feiner mahlen.
  • Der Espresso tropft 45 Sekunden lang und schmeckt bitter → gröber mahlen.
  • Der Filterkaffee hat einen trüben, schlammigen Nachklang → zu feiner Mahlgrad, womöglich auch eine Schlagmühle.
  • In der French Press liegt eine Schlammschicht am Boden → zu feiner Mahlgrad, das Sieb hält den Staub nicht zurück.
  • Der Kaffee schmeckt gut, aber flach → der Mahlgrad stimmt, das Problem liegt eher am Alter der Bohnen.

Die wichtigste Regel beim Feinjustieren: ändern Sie immer nur eine Sache nach der anderen. Zuerst den Mahlgrad, dann die Dosierung, zum Schluss die Wassertemperatur. Wenn Sie alles gleichzeitig verändern, erfahren Sie nie, was tatsächlich geholfen hat.

Kaffeebohnen mahlen Schritt für Schritt

Der Ablauf selbst ist einfach, aber die Reihenfolge der Schritte hat ihren Grund.

1. Wiegen Sie die Bohnen ab, nicht das Mahlgut

Messen Sie die Dosis ganzer Bohnen auf einer Waage ab, idealerweise auf 0,1 g genau. Volumenmaße wie Löffel sind unzuverlässig, weil derselbe Löffel bei hellen und bei dunklen Bohnen ein anderes Gewicht fasst. Mahlen Sie nur so viel, wie Sie sofort verbrauchen.

2. Prüfen Sie die Mahlgradeinstellung

Bevor Sie einfüllen, prüfen Sie, auf welcher Stufe die Mühle nach der letzten Zubereitung stehen geblieben ist. Der klassische Fehler: Gestern gab es French Press, heute Espresso — und die Einstellung ist grob geblieben. Bei Mühlen mit gestufter Einstellung notieren Sie sich, wie viele Klicks ab null eine bestimmte Kaffeesorte braucht, bei stufenlosen halten Sie die Zahl der Umdrehungen der Stellmutter fest.

3. Mahlen Sie kurz und in einem Durchgang

Bei einer Mühle mit Mahlwerk lassen Sie die Dosis einfach durchlaufen, bei einer Schlagmühle arbeiten Sie in kurzen Impulsen. Lassen Sie die Mühle nicht lange leer laufen, Wärme hilft dem Kaffee nicht.

4. Lösen Sie die Klümpchen auf

Gemahlener Kaffee verklumpt durch statische Aufladung, vor allem bei sehr feinen Mahlgraden. In einem Klumpen fließt das Wasser außen herum, statt hindurchzugehen, und in der Tasse fehlt am Ende die Süße. Es genügt, das Mahlgut mit einem Holzspieß oder einer Gabel behutsam zu durchmischen — beim Espresso heißt dieser Schritt WDT, und den Unterschied schmecken Sie sofort.

5. Bereiten Sie den Kaffee sofort zu

Idealerweise innerhalb einer Minute. Wenn Sie das Mahlgut liegen lassen, haben Sie den Hauptgrund verspielt, warum Sie überhaupt eine Mühle besitzen.

6. Leeren Sie die Mühle nach dem Mahlen

In jeder Mühle bleibt zwischen den Mahlflächen und im Auswurf ein Rest Kaffee zurück (man nennt das Retention). Sonst mischen Sie ihn sich morgen in die frische Dosis. Meist genügt es, ihn auszuklopfen, bei öligen Bohnen hilft zusätzlich ein kurzer Zug mit dem Pinsel.

Wo Sie Kaffeebohnen mahlen lassen können, wenn Sie keine Mühle haben

Die Frage „wo kann man Kaffeebohnen mahlen lassen“ hat im deutschsprachigen Raum mehrere Antworten, und keine davon verlangt, dass Sie sofort eine eigene Mühle kaufen.

  • Röstereien und Spezialitätencafés — sie mahlen Ihnen die Bohnen, die Sie dort kaufen, und, was noch wertvoller ist, sie fragen nach, für welche Methode. Das Mahlen vor Ort ist in der Regel kostenlos.
  • Kaffeegeschäfte — die meisten haben eine Mühle am Tresen stehen; bringen Sie eigene Bohnen mit und fragen Sie freundlich, meist ist das kein Problem.
  • Mühlen am Regal im Supermarkt — praktisch und schnell, aber es handelt sich um ein stark beanspruchtes Gerät mit der Einstellung „universell mittel“ und mit Resten fremder Kaffees. Für Filterkaffee geht das durch, für Espresso rechnen Sie besser nicht damit.
  • Mahlen beim Onlinekauf — ein Teil der Kaffee-Onlineshops mahlt die Bohnen vor dem Versand auf den gewünschten Mahlgrad. Das hat allerdings einen Haken: Der gemahlene Kaffee altert dann auf dem Weg zu Ihnen und in der geöffneten Packung weiter, der Vorteil des frischen Mahlens ist damit größtenteils dahin.
  • Eine Mühle ausleihen — die einfachste und am häufigsten übersehene Lösung. Bevor Sie investieren, probieren Sie das Mahlen bei jemandem aus, der eine Mühle besitzt, und prüfen Sie, ob Sie den Unterschied in der Tasse überhaupt erkennen.

Notlösungen ohne Mühle

Sie funktionieren, liefern aber alle ein ungleichmäßiges Ergebnis und taugen deshalb nur für Methoden mit langer Extraktion (French Press, türkischer Kaffee) und ganz sicher nicht für Espresso:

  • Gewürzmühle oder Nusszerkleinerer — die beste der Notvarianten; für sie gilt dasselbe wie für die Schlagmühle.
  • Standmixer — geht, wenn er einen kräftigen Motor und einen kleinen Behälter hat. Füllen Sie nur so viele Bohnen ein, dass sie die Messer gerade bedecken.
  • Mörser — die präziseste der Handvarianten, für eine einzige Tasse aber ein paar Minuten Arbeit.
  • Beutel und Nudelholz — schütten Sie die Bohnen in einen festen Beutel und fahren Sie mit dem Nudelholz darüber. Sie erhalten einen groben Schrot für die French Press.

Die häufigsten Fehler beim Mahlen

Mahlen auf Vorrat

Der häufigste und teuerste Fehler. Bohnen „für die ganze Woche“ zu mahlen bedeutet, für hochwertige Bohnen zu bezahlen und daraus alten gemahlenen Kaffee zu machen. Wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt, füllen Sie das Mahlgut in eine luftdichte Dose ohne Lichtzutritt und verbrauchen Sie es innerhalb von zwei Tagen.

Schlagmühle für Espresso

Ungleichmäßige Partikel lassen sich im Siebträger nicht so andrücken, dass das Wasser gleichmäßig hindurchgeht. Das Wasser sucht sich immer den Weg durch den Staub, umfließt die groben Stücke, und das Ergebnis ist bitter und zugleich dünn. Hier hilft keine Technik, nur eine andere Mühle.

Verschmutzte Mühle

Kaffeeöle oxidieren in der Mühle und schmecken nach zwei Wochen muffig — diesen Beigeschmack geben sie an jede weitere Dosis weiter. Nach jedem Mahlen kurz ausklopfen, einmal pro Woche mit dem Pinsel durchgehen, einmal in ein bis zwei Monaten das Mahlwerk zerlegen und gründlich reinigen.

Das Alter der Bohnen ignorieren

Frisch geröstete Bohnen (bis etwa zehn Tage nach der Röstung) enthalten viel Kohlendioxid, das den Durchfluss bremst — sie brauchen deshalb einen um eine Stufe gröberen Mahlgrad als derselbe Kaffee nach drei Wochen. Wenn Ihr Espresso plötzlich anfängt zu „stocken“, muss das nicht an der Mühle liegen, sondern schlicht an einer frischeren Packung.

Aromatisierte Bohnen und ein überfüllter Bohnenbehälter

Aromatisierte Bohnen hinterlassen in der Mühle klebrige Zucker, die auch in die nächste, nicht aromatisierte Dosis übergehen. Und Bohnen im Behälter der Mühle oder des Vollautomaten sind Licht und Luft ausgesetzt — füllen Sie nur für zwei bis drei Tage im Voraus nach, den Rest lassen Sie in der Originalpackung mit Verschluss.

Welche Bohnen sich am besten mahlen lassen

Die folgenden Kaffees kommen bei Kunden gut an und verhalten sich in der Mühle berechenbar — sie haben also keine extrem ölige Oberfläche, die das Mahlwerk verkleben würde, und eine gleichbleibende Röstung von Charge zu Charge.

Kimbo Extra Cream — Kaffeebohnen zum Mahlen für Espresso
Kaffee Packungsgröße Empfohlener Mahlgrad Preis der Packung Pro Kilogramm Geschmacksprofil
Kimbo Extra Cream 1 kg Fein (Espresso, Mokkakanne) €20,51 €20,51 Kräftig, viel Crema
Lavazza Qualita ORO 1 kg Universell, fein bis mittel €23,24 €23,24 Mild, 100 % Arabica
Illy Guatemala Monoarabica 250 g Mittel (Filter, Handfilter) €7,73 €30,91 Kakao- und Nusstöne
Lavazza Gusto Pieno 1 kg Fein bis mittel €17,59 €17,59 Vollmundig, alltagstauglich
Vergnano Espresso Bar 1 kg Fein (Espresso) €20,96 €20,96 Ausgewogen, klassisch italienisch
Segafredo Intermezzo 1 kg Fein bis mittel €15,49 €15,49 Dunkle Schokolade, kräftig

Für Espresso und Mokkakanne

Kimbo Extra Cream von der neapolitanischen Marke Kimbo ist eine klassische italienische Espressomischung mit ausgeprägter Crema und gehört zu den beliebtesten Mischungen im Sortiment. In der Mühle verhält sie sich vorbildlich und verträgt eine feine Einstellung, ohne dass der Siebträger zu stocken beginnt. Das Kilo für €20,51 ergibt €0,16 pro Tasse bei einer Dosis von 8 g.

Wer bei reiner Arabica bleiben möchte, greift zu Lavazza Qualita ORO von Lavazza. Das ist ein Allrounder, der Espresso, Mokkakanne und Filtermaschine gleichermaßen bedient, Sie ändern je nach Methode nur den Mahlgrad. Der Preis von €23,24 pro Kilo bedeutet €0,19 pro Tasse.

Für Filterkaffee aus Maschine und Handfilter

Beim Filterkaffee lohnt sich ein Kaffee aus einem einzigen Anbaugebiet (Single Origin), weil sein Charakter im mittleren Mahlgrad und bei längerer Extraktion besonders zur Geltung kommt. Illy Guatemala Monoarabica von der Marke Illy bringt Kakao- und Nusstöne mit und wird von Kunden regelmäßig gut aufgenommen. Die 250-g-Packung für €7,73 ist eine vernünftige Menge für zwei Wochen Filterkaffee.

Für jeden Tag zu einem vernünftigen Preis

Lavazza Gusto Pieno für €17,59 ergibt €0,14 pro Tasse und gehört zu den sichersten Griffen für den Vollautomaten wie für den Siebträger. Noch günstiger ist Segafredo Intermezzo für €15,49, also €0,12 pro Tasse.

Entkoffeiniert

Entkoffeinierte Bohnen sind nach der Entkoffeinierung etwas weicher und geben beim Mahlen mehr Staub ab, sie brauchen deshalb meist eine Stufe gröber als gewöhnlicher Kaffee. Lavazza Decaffeinato Bio Organic in der 500-g-Packung für €16,40 (also €32,81 pro Kilogramm) wird von Kunden gut angenommen und überrascht beim Mahlen nicht.

Häufig gestellte Fragen

Kaffeebohnen zum Selbstmahlen oder fertig gemahlener Kaffee — was ist besser?

Geschmacklich immer Bohnen, die kurz vor der Zubereitung gemahlen werden, weil sie ihr Aroma behalten und Ihnen erlauben, den Mahlgrad genau auf Ihre Methode einzustellen. Fertig gemahlener Kaffee ist dort sinnvoll, wo Sie keine Mühle haben und auch keine kaufen wollen, oder wenn Sie unterwegs sind. Dann wählen Sie eine kleinere Packung, die Sie schnell aufbrauchen.

Welcher Mahlgrad ist für Filterkaffee richtig?

Ein mittlerer Mahlgrad, der Kristallzucker entspricht. Der gesamte Durchlauf für 1 Liter sollte etwa 3–4 Minuten dauern. Schneller Durchfluss und saurer Kaffee heißen „feiner mahlen“, langsamer Durchfluss und bitterer Kaffee heißen „gröber mahlen“.

Wo kann ich Kaffeebohnen mahlen lassen, wenn ich sie online kaufe?

Ein Teil der Onlineshops mahlt die Bohnen vor dem Versand, ansonsten kommen Ihnen Röstereien, Cafés und Kaffeegeschäfte entgegen. Die schnelle Variante ist die Mühle am Supermarktregal, sie ist aber universell eingestellt und für ihre Sauberkeit kann niemand garantieren. Die beste langfristige Lösung bleibt eine eigene Handmühle mit Mahlwerk.

Wie lange hält gemahlener Kaffee?

Am besten innerhalb einer Minute, gut bis 20 Minuten, akzeptabel bis zu zwei Tagen in einer luftdichten Dose. Nach einer Woche an der Luft sind die wichtigsten Aromastoffe entwichen und übrig bleiben vor allem Bitterkeit und Säure. Ganze Bohnen halten sich dagegen in einer geöffneten Packung mit Verschluss mehrere Wochen.

Kann man Kaffeebohnen im Mixer oder in einer Gewürzmühle mahlen?

Ja, aber mit ungleichmäßigem Ergebnis. Beide Geräte hacken die Bohnen, statt sie zu zerreiben, Sie bekommen also Staub und grobe Splitter gleichzeitig. Für French Press oder türkischen Kaffee reicht das, für Espresso lohnt der Versuch nicht. Mahlen Sie in kurzen Impulsen und schütteln Sie den Inhalt dazwischen durch.

Muss ich den Mahlgrad ändern, wenn ich den Kaffee wechsle?

Ja, und das ist völlig normal. Eine andere Röstung, ein anderer Robusta-Anteil und ein anderes Alter der Bohnen verändern den Durchfluss. Nach dem Packungswechsel rechnen Sie mit ein bis zwei Probedosen, bis die Einstellung sitzt. Beim Espresso orientieren Sie sich an der Auslaufzeit, beim Filterkaffee an der gesamten Durchlaufzeit.

Wie oft sollte die Mühle gereinigt werden?

Nach jedem Mahlen ausklopfen, einmal pro Woche mit dem Pinsel durchgehen, einmal in ein bis zwei Monaten das Mahlwerk zerlegen und reinigen. Bei dunkel gerösteten und öligen Bohnen eher häufiger. Die Mahlflächen niemals mit Wasser waschen — es genügt ein trockener Pinsel oder ein Reinigungsgranulat, das ausdrücklich für Kaffeemühlen bestimmt ist.

Mahlt man Bohnen für türkischen Kaffee anders als für Espresso?

Ja, für türkischen Kaffee wird noch feiner gemahlen — bis zur Konsistenz von Puderzucker, damit sich der Kaffee im Wasser praktisch auflöst. Die meisten Haushaltsmühlen kommen unter den Feinheitsgrad für Espresso gar nicht mehr hinunter, für türkischen Kaffee braucht es deshalb meist eine Mühle mit ausreichend breitem Einstellbereich.

Fazit und Empfehlungen

Wenn Sie aus dem ganzen Artikel drei Dinge mitnehmen, dann diese:

  1. Mahlen Sie erst kurz vor der Zubereitung. Das Aroma verlässt gemahlenen Kaffee in Minuten, nicht in Tagen. Mahlen auf Vorrat ruiniert auch den besten Kaffee.
  2. Leiten Sie den Mahlgrad von der Kontaktzeit mit dem Wasser ab. Espresso fein wie Salz, Filterkaffee mittel wie Kristallzucker, French Press grob wie Meersalz.
  3. Eine Mühle mit echtem Mahlwerk ist die einzige wirkliche Investition. Auch ein Handmodell mit Stahlmahlwerk liefert ein besseres Ergebnis als eine Schlagmühle, weil die Gleichmäßigkeit entscheidet und nicht die Geschwindigkeit.

Wenn Sie den Mahlgrad richtig einstellen, merken Sie das sofort in der Tasse — ohne teurere Bohnen zu kaufen und ohne neue Maschine. Und wenn Sie erst überlegen, womit Sie anfangen sollen, schauen Sie sich das gesamte Angebot in der Kategorie Kaffeebohnen an und wählen Sie eine Packungsgröße, die Sie frisch austrinken.

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